In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf die SV 07 Elversberg. Nach dem erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga arbeiten die Saarländer weiter daran, ihren Kader gezielt für das Oberhaus zu verstärken. Dabei bleibt der Klub seiner Linie treu: Statt großer Umbrüche setzt die SVE weiterhin auf entwicklungsfähige Spieler, spannende Leihgeschäfte und ein funktionierendes Mannschaftsgefüge. Mit Francis Onyeka, Noah Darvich oder Cole Campbell konnten bereits drei begehrte Offensivtalente verpflichtet werden. Weitere Anpassungen im Kader sind denkbar und teils schon in Sicht.
Auch taktisch erwarten wir keine grundlegenden Veränderungen. Trainer Vincent Wagner dürfte weiterhin auf sein bewährtes 4-2-3-1 setzen, das von viel Ballbesitz, mutigem Spielaufbau und hohem Positionsspiel geprägt ist. Die große Herausforderung wird darin bestehen, diese Spielidee nun auch gegen Bundesligisten erfolgreich auf den Platz zu bringen.
Torwart: Kristof bleibt das Gesicht zwischen den Pfosten
Torwart: Nicolas Kristof (26)
Im Tor gibt es keinerlei Diskussionen. Kristof gehörte bereits in der Aufstiegssaison zu den stärksten Torhütern der 2. Bundesliga und hatte entscheidenden Anteil daran, dass Elversberg mit lediglich 39 Gegentreffern eine der besten Defensiven der Liga stellte. Seine Qualitäten beschränken sich dabei nicht auf das klassische Torwartspiel. Dank seiner Ruhe am Ball und seiner Passsicherheit ist der 26-Jährige ein wichtiger Bestandteil des Spielaufbaus und passt perfekt zur Philosophie der Saarländer.
Dieses Vertrauen unterstrich der Verein inzwischen auch abseits des Platzes. Elversberg verlängerte den Vertrag mit seinem Stammtorhüter vorzeitig bis 2029 und setzte damit ein deutliches Zeichen für die gemeinsame Zukunft.
Abwehr: Sirch erhöht den Konkurrenzkampf
Rechter Außenverteidiger: Jan Gyamerah (31) | Alternativen: Luca Sirch (27), Felix Keidel (23)
Gyamerah geht nach aktuellem Stand als erste Wahl auf der rechten Abwehrseite in die Bundesliga-Saison. Der erfahrene Außenverteidiger sammelte in der Aufstiegssaison die meisten Einsatzminuten auf dieser Position und überzeugte insbesondere mit seiner Zuverlässigkeit.
Mit Luca Sirch wurde zusätzlich ein Allrounder verpflichtet, dessen fußballerische Heimat zwar in erster Linie das Abwehrzentrum ist, der aber verschieden eingesetzt werden kann. Trainer Wagner schaute ihn sich in der Vorbereitung unter anderem auf dem Posten hinten rechts an.
Unterdessen erlebt Felix Keidel ein neues Hoch. Er setzt sowohl hinten rechts als auch im Mittelfeldzentrum positive Signale und gehört obendrein bei Standards zu den Spielern, die mit Verantwortung betraut werden. Keidel war bereits in der Vorsaison zwischenzeitlich eine Stammkraft der Saarländer.
Rechter Innenverteidiger: Lukas Pinckert (26) | Alternative: Luca Sirch (27)
Pinckert bleibt das Herzstück der Defensive. Der Kapitän absolvierte in der vergangenen Saison 29 Ligaspiele und verpasste lediglich verletzungs- beziehungsweise sperrenbedingt einige Partien. Neben seiner Zweikampfstärke zeichnet ihn insbesondere seine Spieleröffnung aus. Progressive Pässe sowie Zuspiele ins letzte Drittel gehören zu seinen größten Stärken und machen ihn zu einem wichtigen Bestandteil des Elversberger Ballbesitzspiels.
Neuzugang Sirch wertet die Innenverteidigung des Aufsteigers auf. Er war vergangene Saison in der 2. Bundesliga eine feste Größe beim 1. FC Kaiserslautern und dürfte sich leistungstechnisch auf Augenhöhe zu Pinckert und Maximilian Rohr befinden. Aufgrund seiner Vielseitigkeit wird er auf mehreren Positionen Druck auf die bisherigen Stammkräfte ausüben.
Linker Innenverteidiger: Maximilian Rohr (31) | Alternative: Luca Sirch (27)
Rohr spielte sich im Saisonverlauf dauerhaft fest und verdrängte Florian Le Joncour zunehmend aus der Startformation. Seine größten Qualitäten liegen im Spiel mit Ball, weshalb er hervorragend zum mutigen Ansatz von Trainer Wagner passt.
Zwar wird Elversberg in der Bundesliga voraussichtlich seltener dominante Ballbesitzphasen erleben, dennoch rechnen wir nicht damit, dass die Saarländer ihre grundsätzliche Spielidee verändern. Deshalb bleibt auch Rohr für uns erste Wahl auf der linken Innenverteidigerposition. Sirch sorgt jedoch auch hier für einen deutlich verschärften Konkurrenzkampf.
Linker Außenverteidiger: Lasse Günther (23)
Rund um Lasse Günther gab es in den vergangenen Wochen einige Transfergerüchte. Günther überzeugte mit seinem Tempo und seinen Tiefenläufen und gehörte zu den konstantesten Spielern auf dieser Position. Inzwischen hat die SV 07 Elversberg den Vertrag des 23-Jährigen sogar vorzeitig bis 2030 verlängert und damit deutlich gemacht, welche Rolle er auch künftig im Verein einnehmen soll.
Die langfristige Verlängerung unterstreicht das Vertrauen der Verantwortlichen. Deshalb rechnen wir weiterhin mit Günther als Stammspieler auf der linken Abwehrseite.
Mittelfeld: Noch eine Baustelle im Zentrum
Defensives Mittelfeld: Neuzugang | Alternativen: Amara Condé (29), Felix Keidel (23)
Im zentralen Mittelfeld sehen wir weiterhin den größten verbliebenen Handlungsbedarf. Während der Verbleib von Łukasz Poręba langfristig gesichert ist, bleibt die zweite Position im Zentrum aus unserer Sicht offen. Weder Condé noch eine andere interne Option hat sich bislang so deutlich abgesetzt, dass wir auf einen externen Neuzugang in der Top-Elf verzichten würden.
Condé bleibt aufgrund seiner Erfahrung und seiner Einsatzzeiten in der vergangenen Saison die erste Alternative. Denkbar ist auf dieser Position außerdem Keidel, der sich während der Vorbereitung positiv präsentiert und damit gleich für mehrere Rollen angeboten hat.
Defensives Mittelfeld: Łukasz Poręba (26)
Die feste Verpflichtung des Polen war einer der frühen, wichtigen Schritte der bisherigen Sommerplanung. Nach seiner Leihe vom Hamburger SV entwickelte sich Poręba schnell zum unverzichtbaren Bestandteil der Mannschaft und überzeugte vor allem mit seiner Präsenz gegen den Ball sowie seiner Ruhe im Spielaufbau. Die SVE zog anschließend die Kaufoption und band ihn bis 2029. Auch in der Bundesliga dürfte Poręba einer der ersten Namen auf dem Spielberichtsbogen sein.
Offensive: Die Rollen hinter der Spitze sind verteilt
Rechter Flügel: Lukas Petkov (25)
Petkov gehörte zu den größten Gewinnern der Aufstiegssaison. Mit seiner Dynamik, seinem Tempo und seiner Abschlussstärke sammelte der Offensivspieler regelmäßig Scorerpunkte und entwickelte sich zu einer festen Größe im Elversberger Angriffsspiel.
Gerade seine Fähigkeit, sowohl Tiefenläufe anzubieten als auch selbst den Abschluss zu suchen, dürfte auch in der Bundesliga gefragt sein. Deshalb rechnen wir weiterhin mit Petkov als Stammspieler auf der rechten Außenbahn.
Offensives Mittelfeld: Francis Onyeka (19)
Die Zehnerposition wird in der anstehenden Saison neu besetzt. Nachdem sich Elversberg zuletzt auf Leihspieler wie Bambasé Conté oder Immanuel Pherai verlassen hatte, übernimmt nun Francis Onyeka diese Rolle.
Der 19-Jährige wurde für eine Saison von Bayer 04 Leverkusen ausgeliehen. Dank seiner Dynamik, seines Tempos und seiner starken Eins-gegen-eins-Qualitäten trauen wir Onyeka den direkten Sprung in die Startelf zu.
Mit Noah Darvich verpflichteten die Saarländer darüber hinaus ein weiteres veranlagtes Offensivtalent auf Leihbasis. Er dürfte zunächst die Konkurrenzsituation hinter den aktuell für die Top-Elf eingeplanten Akteuren verschärfen.
Linker Flügel: Tom Zimmerschied (27) | Alternative: Cole Campbell (20)
Auch auf der linken Seite sehen wir aktuell keinen Grund für einen Wechsel an der Spitze der Hierarchie. Während Petkov häufiger selbst den Torabschluss sucht, überzeugte Zimmerschied vor allem als kreativer Vorbereiter und wichtiger Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und Angriff.
Mit Cole Campbell hat Elversberg allerdings einen Herausforderer verpflichtet, der das Ranking im Laufe der Saison durchaus durcheinanderwirbeln kann. Für den talentierten Außenbahnspieler wurde eine für Elversberger Verhältnisse hohe Ablöse investiert. Seine bevorzugte Seite ist eigentlich rechts, wo Petkov derzeit die Nase vorne hat. Das wahrscheinlichste Einfallstor in unsere Top-Elf sehen wir deshalb zunächst über die linke Seite hinter Zimmerschied.
Sturm: Futkeu soll die offene Planstelle schließen
Stürmer: Neuzugang | Alternative: David Mokwa (22)
Update: Auf der bislang noch offenen Planstelle im Sturmzentrum zeichnet sich nun die gewünschte hochkarätige Verstärkung ab. Noel Futkeu (23) steht vor einem Wechsel von Eintracht Frankfurt zur SV 07 Elversberg. Der Deal ist nach den aktuellen Meldungen bereits ausgehandelt, weshalb der unter „Neuzugang“ geführte Platzhalter bald durch Futkeu ersetzt werden dürfte.
Der Angreifer hatte in der vergangenen Saison bei der SpVgg Greuther Fürth seinen endgültigen Durchbruch im Profifußball. In 32 Zweitliga-Einsätzen erzielte Futkeu 19 Treffer und bereitete drei weitere vor. Eintracht Frankfurt hatte ihn anschließend für rund 1,3 Millionen Euro per Rückkaufoption nach Hessen zurückgeholt. Schon zuvor war allerdings davon auszugehen, dass seine Rückkehr lediglich eine Zwischenstation sein würde und Frankfurt einen Weiterverkauf anstrebt.
Mit dieser Vita bringt Futkeu genau die nachgewiesene Torgefahr mit, die Elversberg bislang im Sturmzentrum noch gesucht hat. Entsprechend sehen wir ihn bei erfolgreichem Vollzug des Transfers direkt vor Mokwa und damit als wahrscheinlichsten Stammstürmer für die Bundesliga-Saison.
Für Mokwa bedeutet das einen Schritt zurück in der Hierarchie. Der 22-Jährige entwickelte sich im Laufe der vergangenen Aufstiegssaison kontinuierlich weiter und erzielte sechs Treffer. Seine Dynamik und Athletik bringen weiterhin gute Voraussetzungen für die Bundesliga mit. Nach der Verpflichtung Futkeus dürfte er aber in Herausforderer-Rolle fallen. Die bisherige Prognose führte Mokwa noch als erste Wahl und den externen Zugang als Alternative – dieses Verhältnis drehen wir nun um.
Fazit
Die SV 07 Elversberg geht ihren eingeschlagenen Weg auch in der Bundesliga konsequent weiter. Statt auf einen großen Umbruch setzen die Saarländer weiterhin auf Kontinuität, entwicklungsfähige Talente und einen klar erkennbaren spielerischen Ansatz. Mit den Vertragsverlängerungen von Kristof und Günther konnten zwei wichtige Leistungsträger langfristig gebunden werden. Gleichzeitig verleihen Onyeka, Darvich, Campbell, Krattenmacher und Sirch dem Kader zusätzliche Qualität sowie enormes Entwicklungspotenzial.
Mit dem Transfer von Futkeu dürfte sich nun auch die bislang offene Frage im Sturmzentrum geklärt haben. Der 23-Jährige kommt mit der Empfehlung von 19 Zweitligatoren aus der Vorsaison und ist für uns klar als neuer erster Kandidat für die Spitze einzuordnen. Mokwa rückt dadurch in die Herausfordererrolle.
Das Grundgerüst wirkt insgesamt bereits sehr stabil. Mit Kristof, Pinckert, Rohr, Günther und Poręba bleiben zahlreiche Aufstiegshelden wichtige Bestandteile der Mannschaft. Auch Petkov und Zimmerschied sehen wir auf den offensiven Außenbahnen weiterhin vorne, während Onyeka die zentrale offensive Rolle übernehmen soll.
Damit bleibt in unserer aktuellen Top-Elf im Wesentlichen nur noch eine echte Planstelle für einen weiteren Neuzugang offen: das zentrale Mittelfeld neben Poręba. Gelingt es den Verantwortlichen, auch dort noch die gewünschte Qualität hinzuzufügen, ist der Kader für das Bundesliga-Debüt bereits erstaunlich weit.
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