In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf den FC Schalke 04. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga wird die zentrale Frage sein, ob Trainer Miron Muslić auf die Dreierkette aus der Hinrunde zurückgreift oder häufiger mit einer Viererkette agiert. Der aktuelle Kader bietet grundsätzlich beide Möglichkeiten. Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt allerdings weiterhin von einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette aus. Ein wichtiger Grund dafür ist das fehlende Tempo in Teilen der Innenverteidigung, das sich in diesem System deutlich besser kaschieren lässt.
Grundsätzlich muss Schalke spielerisch nicht viel verändern. Die Knappen wurden Meister der 2. Bundesliga, obwohl sie beim Ballbesitz ligaweit lediglich auf Rang 17 lagen. Dominanter Ballbesitzfußball wäre für einen Aufsteiger in der Bundesliga jedoch wohl ohnehin sehr schwer umzusetzen gewesen, sodass dieser Aspekt zunächst einmal kein Nachteil sein muss.
Auch wenn bis zum Ende des Transferfensters noch Bewegung in den Kader kommen dürfte, lautet unser Ansatz wie gewohnt: Wie sieht die stärkste Schalker Elf aus, die aktuell in einem Topspiel zu erwarten wäre?
Torwart: Der Aufstiegsheld bleibt gesetzt
Top-Elf: Loris Karius (33)
Karius war einer der Hauptgründe für den Aufstieg der Königsblauen. Der Torhüter rettete Schalke mehrfach Punkte und gehörte zu den besten Schlussmännern der vergangenen Zweitliga-Saison. Scheinbar unhaltbare Bälle fischte er immer wieder heraus. Viele der knappen 1:0-Erfolge wären ohne ihn kaum möglich gewesen.
Mit der Vertragsverlängerung bis 2028 wurde diese Personalie entsprechend frühzeitig geklärt. Für Schalke gibt es auf dieser Position aktuell keinerlei Diskussionen.
Abwehr: Ayhan behauptet sich gegen namhafte Konkurrenz
Rechter Innenverteidiger: Mertcan Ayhan (19) | Alternativen: Timo Becker (29), Maximilian Wöber (28)
Durch die Umstellung auf eine Dreierkette wird hier eine Position frei. Wir besetzen sie vorerst mit Talent Ayhan. Der 19-Jährige besitzt beim Portal Transfermarkt bereits einen Marktwert in Höhe von 8 Millionen Euro. Bei seinen bisherigen Einsätzen überzeugte er mit soliden Leistungen und bringt gleichzeitig großes Entwicklungspotenzial mit. Ayhan hat seinen Vertrag zudem verlängert und dürfte allein aus sportlichen und wirtschaftlichen Gründen weiterhin viel Spielzeit erhalten.
Timo Becker wäre ebenfalls eine Möglichkeit als rechter Innenverteidiger. Er ist bereits Bundesliga-erfahren und bringt mit seinem Tempo ein Profil mit, das der Schalker Defensive guttut. In den vergangenen Monaten hat er sich zudem in puncto Zweikampfstärke, Kopfball- und Passspiel verbessert.
Mit Maximilian Wöber verfügen die Königsblauen inzwischen über einen weiteren namhaften Herausforderer. Aufgrund seiner Verletzungsvorgeschichte und der fehlenden Konstanz in den vergangenen Jahren sehen wir den Österreicher zunächst hinter Ayhan und Becker. Beim jüngsten Härtetest gegen Atalanta B.C. musste Wöber zudem krankheitsbedingt passen. Findet er dauerhaft zu alter Form und Fitness zurück, besitzt er aber ohne Zweifel das Potenzial, die Hierarchie noch einmal anzugreifen.
Zentraler Innenverteidiger: Nikola Katić (29)
Katić bleibt der Abwehrchef der Knappen. Der Bosnier verkörpert genau die Tugenden, die Muslić von seinen Verteidigern verlangt: Robustheit, Zweikampfhärte und Dominanz in der Luft. Seine größte Schwäche bleibt das Tempo. Genau deshalb erscheint eine Dreierkette für Schalke sinnvoll. Mit den passenden Halbverteidigern an seiner Seite können diese Defizite deutlich besser aufgefangen werden.
Nach seinem verlängerten Urlaub infolge der Weltmeisterschaft sammelte Katić gegen Atalanta seine ersten Einsatzminuten in der Vorbereitung. An seiner grundsätzlichen Stellung in der Mannschaft ändert der spätere Einstieg nichts.
Linker Innenverteidiger: Hasan Kuruçay (28)
Kuruçay bringt ein sehr ausgewogenes Gesamtpaket mit. Im Vergleich zu vielen anderen Schalker Verteidigern besitzt er zudem eine hohe Qualität im Spielaufbau. Der Innenverteidiger ist technisch sauber, kann andribbeln und hat den Großteil seiner Karriere auf der linken Seite der Abwehr verbracht. Gleichzeitig wäre er flexibel genug, auch auf die rechte Seite zu wechseln.
Defensives Mittelfeld & Schiene: Neue Qualität auf den Außen
Rechte Schiene: Junior Dina Ebimbe (25) | Alternative: Dejan Ljubičić (28)
Die rechte Seite war über weite Strecken der vergangenen Saison eine Problemzone. Deshalb ist Schalke auf dem Transfermarkt tätig geworden und hat Junior Dina Ebimbe vornehmlich für diese Position verpflichtet. Der französische Allrounder kann sich bei Bedarf auch in anderen Rollen einbringen.
Mit Blick auf die zurückliegenden Jahre wird bei ihm vor allem die Frage sein, welche Konstanz er an den Tag legen kann. Sofern Dina Ebimbe sein Potenzial abruft und an seine stärkeren Phasen bei Eintracht Frankfurt anknüpft, könnte er sich als echter Mehrwert für Königsblau erweisen.
Sein Einstieg verlief vielversprechend: Nur einen Tag nach seiner Verpflichtung stand Dina Ebimbe im Test gegen Atalanta direkt in der Startelf und brachte sich offensiv mehrfach ein. Das unterstreicht, dass wir ihn auf der rechten Schiene klar vorne sehen.
Ljubičić bleibt aufgrund seiner Vielseitigkeit eine Alternative. In der Vorbereitung wurde der Österreicher bereits punktuell als Schienenspieler ausprobiert. Seine Idealposition liegt zwar eigentlich im Zentrum, durch seine Erfahrung auf der rechten Seite kann er diese Rolle aber ebenfalls abdecken.
Defensives Mittelfeld: Satoshi Tanaka (24) | Alternativen: Ron Schallenberg (27), Dejan Ljubičić (28)
Satoshi Tanaka ist nach seinem Wechsel von Fortuna Düsseldorf direkt ein heißer Kandidat für die Top-Elf. Der Japaner ist dynamischer, pressingresistenter und fühlt sich auf einer Doppelsechs wohler als Schallenberg. Letzterer kann seine Stärken eher in einem Dreier-Mittelfeld ausspielen.
Während Tanaka trotz des Düsseldorfer Abstiegs zu den positiven Erscheinungen gehörte, hatte Schallenberg in der starken Schalker Aufstiegssaison immer wieder auch Spiele, in denen er etwas abfiel. Deshalb sehen wir Tanaka aktuell vorne.
Möglich bleibt auch, dass Ljubičić seinen Hut in den Ring wirft und in eine ihm bestens bekannte Rolle zurückkehrt. Die meisten Einsätze seiner Karriere absolvierte er im zentralen Mittelfeld, sowohl offensiv als auch defensiv ausgerichtet.
Zentrales Mittelfeld: Soufiane El-Faouzi (24)
El-Faouzi war einer der größten Aufstiegsgaranten. Nach Bielefelds Corboz legte kein Spieler der Liga mehr Kilometer zurück. Der Marokkaner ackert unermüdlich, ist gegen den Ball enorm wertvoll und überzeugt gleichzeitig durch seine Eleganz am Ball.
Die starken Leistungen weckten entsprechend Begehrlichkeiten. Inzwischen hat El-Faouzi seinen Vertrag auf Schalke allerdings offiziell bis 2030 verlängert, das neue Arbeitspapier enthält keine Ausstiegsklausel. Damit ist ein Wechsel in diesem Sommer vom Tisch. Aus sportlicher Sicht ist der Verbleib Gold wert: El-Faouzi ist aktuell der Motor des Schalker Mittelfelds und bleibt in unserer Top-Elf folgerichtig gesetzt.
Linke Schiene: Robin Gosens (32)
Mit Robin Gosens hat der FC Schalke 04 eine namhafte Verstärkung für die linke Seite an Land gezogen. Der frühere deutsche Nationalspieler bringt enorme Erfahrung, Offensivqualität und Führungsstärke mit und ist für uns ohne Diskussion der gesetzte Mann auf dieser Position. Schon Ende Juli feierte Gosens sein Startelfdebüt für die Königsblauen.
Auch Vitalie Becker (21) bleibt trotz der Verpflichtung von Gosens eine wichtige Personalie. Das Schalker Eigengewächs war in der vergangenen Aufstiegssaison über längere Zeit Stammspieler, ehe es von Knieproblemen ausgebremst wurde. Nachdem seine Zukunft zwischenzeitlich offen war, haben sich beide Seiten inzwischen auf eine Vertragsverlängerung geeinigt.
Für unsere Top-Elf macht ihn das allerdings nicht zu einer direkten Alternative zu Gosens. Der prominente Neuzugang ist für die Bundesliga zunächst klar gesetzt. Becker bleibt dennoch eine wertvolle Option für Muslić, insbesondere mit Blick auf Belastungssteuerung, mögliche Systemwechsel und die weitere Entwicklung des 21-Jährigen.
Angriff: Sylla trotz Wechselthematik vorne
Offensives Mittelfeld: Kenan Karaman (32)
Karaman verkörpert Schalke wie kaum ein anderer Spieler im Kader. Der Kapitän ging in der Aufstiegssaison voran, führte die Mannschaft an und lieferte gleichzeitig starke Scorerwerte. Unabhängig von Formation oder Spielsystem wird der türkische Nationalspieler gesetzt sein. Seine Mentalität, sein Einsatz und seine Führungsqualitäten machen ihn unverzichtbar.
Offensives Mittelfeld: Adil Aouchiche (24)
Aouchiche ist technisch einer der stärksten Spieler im Kader. Kreativität, Spielwitz, Standards und Eins-gegen-eins-Situationen gehören zu seinen größten Stärken. Der Winter-Transfer erwies sich als Volltreffer.
Gerade auf der linken Halbposition kann der Franzose seine Qualitäten optimal einbringen, weil er so häufiger in die engen Räume zwischen den Linien kommt, als wenn er als klarer Flügelspieler agiert. Dort fehlt ihm obendrein etwas Tempo. In der offensiven Dreierreihe im 3-4-2-1 dürfte ihm deshalb ein bedeutender Part zukommen.
Stürmer: Moussa Sylla (26) | Alternativen: Edin Džeko (40), Junior Adamu (25)
Update: Bei Sylla hat sich die Ausgangslage auf dem Transfermarkt zuletzt wieder zugespitzt. Nach aktuellem Stand gilt der 26-Jährige inzwischen als Schalkes Verkaufskandidat Nummer eins. Grundsätzlich besteht dieser Plan bereits seit längerer Zeit: Die Königsblauen würden den Malier bei einem passenden Angebot abgeben, wobei zuletzt eine Ablöse in der Größenordnung von rund 6 Millionen Euro im Raum stand. Konkrete Verhandlungen ließen allerdings lange auf sich warten.
Sportlich spricht derzeit trotzdem vieles für Sylla. Der Angreifer präsentierte sich in der Vorbereitung zeitweise in starker Frühform und erzielte unter anderem beim 4:2 gegen Erzgebirge Aue einen Doppelpack. Solange er Schalke nicht verlässt, ist er aufgrund seines Tempos, seiner Strafraumqualitäten und seiner Torgefahr für uns deshalb der erste Kandidat für die Spitze.
Dahinter folgt Edin Džeko. Der Bosnier weiß auch mit 40 Jahren weiterhin, wo das Tor steht, seine Belastung dürfte über eine komplette Bundesliga-Saison jedoch entsprechend gesteuert werden müssen. Als Alternative bringt er dafür enorme Erfahrung und eine andere spielerische Komponente mit.
Junior Adamu komplettiert das Trio. Der Österreicher besitzt insbesondere im Pressing und im Spiel gegen den Ball Qualitäten, muss vor dem Tor allerdings effizienter werden. Auch gegen Atalanta kam er mehrfach in aussichtsreiche Abschlusspositionen, ließ seine Möglichkeiten jedoch ungenutzt. Im aktuellen Ranking liegt er deshalb hinter Sylla und Džeko.
Fazit
Auch im Oberhaus dürfte Muslić seiner erfolgreichen Spielidee treu bleiben. Nach dem Aufstieg setzte Schalke vor allem auf Intensität, Kompaktheit und hohe Ballgewinne statt auf dominanten Ballbesitz. Genau dieser Ansatz brachte die Knappen zurück in die Bundesliga und wird voraussichtlich auch die Grundlage für das Projekt Klassenerhalt bilden.
Mit einer 3-4-2-1-Formation kann Schalke die vorhandenen Stärken gut nutzen. Die Dreierkette schützt insbesondere Abwehrchef Katić, dessen Zweikampfstärke und Lufthoheit enorm wertvoll sind, während seine Tempodefizite durch die Halbverteidiger aufgefangen werden können. Auf den Schienen hat sich die Qualität im Vergleich zum Beginn des Sommers deutlich erhöht: Dina Ebimbe ist rechts für die Top-Elf eingeplant, auf der linken Seite nimmt Gosens eine klare Schlüsselrolle ein.
Auch im Zentrum sind die Rollen klar verteilt. Tanaka bringt Dynamik und Pressingresistenz auf die Sechs, während El-Faouzi als laufstarker Motor gesetzt ist. Mit Schallenberg und Ljubičić stehen dahinter unterschiedliche Alternativen bereit.
Das größte Fragezeichen befindet sich damit inzwischen im Sturmzentrum – allerdings weniger sportlich als auf dem Transfermarkt. Solange Sylla bleibt, sehen wir ihn vor Džeko und Adamu in der Top-Elf. Sollte Schalke seinen Verkaufskandidaten Nummer eins tatsächlich noch abgeben, müsste die Hierarchie an vorderster Front neu bewertet werden.
Insgesamt wirkt der Kader inzwischen deutlich vollständiger als noch zu Beginn der Vorbereitung. Mit den Verpflichtungen von Gosens, Dina Ebimbe und Wöber wurde zusätzliche Bundesliga-Erfahrung gewonnen, während die geplante Verlängerung mit Vitalie Becker auch langfristig für Tiefe auf der linken Seite sorgt. Die zentrale Aufgabe bis zum Ende des Transferfensters dürfte nun vor allem darin bestehen, die noch offenen Abgänge sinnvoll zu lösen, ohne dabei die inzwischen erkennbare Grundstruktur der Mannschaft wieder aufzubrechen.
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Daher seid jetzt auch ihr gefragt: Würdet ihr ebenfalls auf die Dreierkette setzen? Ist Tanaka direkt die beste Lösung auf der Sechs und auf welchen Stürmer sollte Schalke in der Bundesliga setzen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
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