Auf den FC Bayern München wartet nach der Länderspielpause ein intensives Programm mit acht Pflichtspielen innerhalb von 25 Tagen. Den Auftakt macht am Samstag (15:30 Uhr) das Bundesliga-Auswärtsspiel beim FC Augsburg. Cheftrainer Vincent Kompany sieht seine Mannschaft für die bevorstehenden Herausforderungen gut gerüstet und plant zunächst keine vorsorgliche Rotation. Vielmehr sollen seine Spieler ihre Leistungsgrenzen ausschöpfen, ehe bei Bedarf Anpassungen vorgenommen werden.
Personell sind die Voraussetzungen dafür günstig. Bis auf den verletzten Jamal Musiala kehrten sämtliche Nationalspieler fit zurück. Auch die Eindrücke aus dem gemeinsamen Training am Donnerstag stimmten den Belgier zuversichtlich: „Die Spieler waren gestern richtig heiß. Jetzt geht es wieder um Bayern. Sie wollen es immer wieder zeigen im Training und dann gegen Augsburg.“
Die lange Unterbrechung hat der Vorfreude auf den nächsten Pflichtspielblock offenbar keinen Abbruch getan. Kompany selbst begrüßt den eng getakteten Spielplan sogar: „Ich spiele lieber alle drei Tage als das, was die letzten Wochen war.“ Der Kader sei für die anstehenden Aufgaben zusammengestellt worden, weshalb die Münchner mit voller Überzeugung in die kommenden Begegnungen gehen könnten.
Belastungssteuerung erst bei Ermüdungserscheinungen
Eine frühzeitige Schonung einzelner Leistungsträger ist vorerst nicht vorgesehen. Kompany machte deutlich, dass er seine Aufstellung nicht bereits mit Blick auf die übernächste Partie verändern möchte. Vielmehr gehe es zunächst darum, in jedem Spiel das Maximum aus der Mannschaft herauszuholen.
„Es gibt erst eine Belastungssteuerung, wenn die Jungs müde sind, dann muss man eine gute Entscheidung treffen. Das ist noch nicht der Fall“, erklärte der 40-Jährige. Sein Ansatz sei es, zunächst die volle Leistungsfähigkeit der Spieler abzurufen und erst anschließend auf mögliche Ermüdungserscheinungen zu reagieren.
Dabei verwies Kompany auch auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Mit einer situationsabhängigen Steuerung sei es gelungen, wichtige Spieler gerade in entscheidenden Saisonphasen fit zur Verfügung zu haben. An dieser Vorgehensweise will er festhalten: „Erstmal bis an die Grenze gehen und dann vernünftige Entscheidungen für die Mannschaft treffen.“
Das bedeutet allerdings nicht, dass Rotation in den kommenden Wochen grundsätzlich ausgeschlossen ist. Sobald die Belastung einzelner Akteure zu groß wird, will Kompany entsprechend reagieren. Für das Augsburg-Spiel gibt es aus seiner Sicht jedoch noch keinen Anlass, allein aus Gründen der Belastungssteuerung Veränderungen vorzunehmen.
Nationalmannschaftsleistungen nicht entscheidend
Auch die Eindrücke aus der Länderspielpause sollen keinen unmittelbaren Einfluss auf die Startelfentscheidungen haben. Angesprochen auf die überzeugenden Auftritte von Tom Bischof und Aleksandar Pavlović im deutschen Nationalteam stellte Kompany klar: „In meiner Entscheidung für eine Startelf spielt die Nationalmannschaft keine Rolle, egal welche Nationalmannschaft.“
Zwar freue er sich, wenn seine Spieler mit Selbstvertrauen von ihren Auswahlmannschaften zurückkehren. Entscheidend bleibe für ihn aber, was sie im Bayern-Trikot zeigen. Als Beispiel verwies der Trainer auf den jüngsten 7:0-Erfolg gegen Union Berlin, dessen Eindrücke er weiterhin im Kopf habe.
Dass Bischof bislang vergleichsweise wenig Einsatzzeit erhalten hat, ordnete Kompany ebenfalls ein. Bei erst sechs absolvierten Pflichtspielen sei es nicht ungewöhnlich, dass noch nicht jeder Akteur regelmäßig zum Zug gekommen ist. Ein guter Auftritt im Nationaltrikot ändere deshalb nicht automatisch die Hierarchie beim Rekordmeister.
Seine Haltung begründete Kompany auch mit eigenen Erfahrungen als belgischer Nationalspieler. Selbst während erfolgreicher Phasen im Verein sei er gelegentlich mit einem negativen Gefühl von der Nationalmannschaft zurückgekehrt. Daraus habe er gelernt, die beiden Bereiche klar voneinander zu trennen.
„Die Spieler sollen die guten Sachen mitbringen zum Verein und die schlechten bei der Nationalmannschaft lassen“, lautete seine Botschaft.
Acht Spiele, ein Pokal-Endspiel
Neben der körperlichen Beanspruchung sieht Kompany in den kommenden Wochen vor allem die mentale Stabilität als wichtigen Faktor. Bei einem derart dichten Spielplan müsse die Mannschaft in der Lage sein, sich immer wieder neu auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren.
Eine besondere Bedeutung misst er dabei dem DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Magdeburg bei. Anders als in der Bundesliga oder der Champions League gibt es dort keinen Spielraum für einen Ausrutscher. „Das Spiel gegen Magdeburg ist wie ein Finale, was du gewinnen musst“, betonte der Bayern-Coach.
Die übrigen Begegnungen seien wiederum wichtig, um sich für den weiteren Saisonverlauf in eine möglichst gute Ausgangsposition zu bringen. Kompany will deshalb unabhängig vom Wettbewerb mit maximalem Einsatz antreten.
Seine Marschroute für die nächsten Wochen steht damit fest: Der FC Bayern soll zunächst mit voller Intensität weiterspielen. Erst wenn die Belastung tatsächlich ihren Tribut fordert, wird der Trainer über gezielte Entlastungen entscheiden.